Zavřít

Přihlášení do systému.


Přihlášení

Přednášky pro veřejnost

Sdružení historiků České republiky - regionální pobočka Liberec

shcr logo zluta koule

Menšiny ve středověku

altEinleitung von Markus J. Wenninger

Anläßlich des Besuchs von Lehrenden und Studierenden der Universität Liberec in Klagenfurt im Mai 1999 wurde beschlossen, die bisher nur im Bereich der Zeitgeschichte gepflegte Zusammenarbeit zwischen den jeweiligen Instituten für Geschichte auch auf ältere historische Epochen auszudehnen. Dazu übernahmen es Mgr. Milan Svoboda aus Liberec und ich selbst für die Klagenfurter Seite, ein entsprechendes Konzept auszuarbeiten und durchzuführen.

Nach dem schon bisher bewahrten Schema sollte im Wintersemester 1999/2000 in Liberec und in Klagenfurt ein Seminar zum selben Thema stattfinden, im anschließenden Sommersemester sollten die Klagenfurter Seminarteilnehmer Liberec und seine Umgebung besuchen. In einer gemeinsamen Sitzung aller Seminarteilnehmer sollten dabei im Rahmen von Referaten die jeweiligen Ergebnisse vorgestellt und ausgetauscht werden. Seine besondere Qualität sollte dieses gemeinsame Seminar dadurch bekommen, daß es nicht nur ein gemeinsames Oberthema („Stellung und Behandlung von Minderheiten im Mittelalter") gab, sondern daß diese Problematik vor allem anhand ihres Niederschlags in zeitgenossischen Chroniken behandelt werden sollte, wobei von den tschechischen Studierenden (lateinische und tschechische) böhmische Chroniken, von den österreichischen (lateinische und deutsche) Chroniken aus dem österreichischen Raum herangezogen werden sollten. Die gemeinsame Sitzung sollte es ermöglichen, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Behandlung dieses Themas in den böhmischen beziehungsweise österreichischen Chroniken herauszufiltern.

Tatsächlich zeigten sich alle Studierenden ungemein engagiert und verfertigten sehr ansprechende Arbeiten, deren Kurzfassungen in diesem Heft enthalten sind. Trotzdem ist ein direkter Vergleich der Arbeiten schwer möglich, weil in Liberec und Klagenfurt unterschiedliche Zugänge zum Thema gewählt wurden: Wahrend jeder der Studierenden dort jeweils eine Chronik hinsichtlich aller darin genannten Minderheiten untersuchte, gingen die Studierenden hier von konkreten Minderheiten aus, deren Darstellung und Beurteilung in verschiedenen Chroniken untersucht wurde. Zu einem - wie ich meine: sehr zufriedenstellenden - Ergebnis gelangten sie allerdings hier wie dort.

Ober das gemeinsame Seminar hinaus wurde die Klagenfurter Exkursion nach Liberec in eine Vorlesung zur mittelalterlichen böhmischen Geschichte eingebunden, da dieser so wichtige historische Raum im südlich des Alpenhauptkamms gelegenen Kärnten im allgemeinen nicht so präsent ist wie an den meisten anderen österreichischen Universitäten. An der Exkursion nahmen daher nicht nur die Teilnehmer des Seminars aus dem Wintersemester, sondern noch etliche weitere Studierende teil, die jedoch aus der gemeinsamen Seminarsitzung in Liberec ebenfalls großen Gewinn zogen. Neben der gediegenen historischen Arbeit der tschechischen Seminaristen bewunderten die österreichischen Teilnehmer vor allem deren gute deutsche Sprachkenntnisse, die letztlich Voraussetzung für die gute Verständigung waren. Außerhalb des Aufenthalts in Liberec wurden im Rahmen der Exkursion schwerpunktmäßig folgende Themen bearbeitet: der mittelalterliche böhmische Bergbau (anhand von Kuttenberg/Kutná Hora); bestimmte Aspekte des Nationalsozialismus und der Schoa (Theresienstadt/Terezin); die Bedeutung Böhmens im mittelalterlichen Deutschen Reich (Prag); die Hussiten (Tábor); mittelalterliche und frühneuzeitliche Verbindungen zwischen (Ober-)Osterreich und (Süd)-Böhmen (Budweis/České Budějovice und Krummau/Český Krumlov).

Die Lehrveranstaltung, die Exkursion und insbesondere auch die gemeinsame Arbeit mit den tschechischen Studierenden waren für unsere Studierenden ein großer Gewinn. Ich hoffe, daß die Zusammenarbeit fortgeführt werden kann.

 

 

Studentenseminar zur älteren böhmischen Geschichte im Vergleich mit der Quellenforschung der österreichischen Studierenden

 

Die Arbeitskontakte zwischen dem Lehrstuhl für Geschichte der Pädagogischen Fakultät der Technischen Universität in Liberec und dem Institut für Geschichte, Fakultät für Kulturwissenschaften der Universität in Klagenfurt sind schon mehrere Jahre intensiv gewachsen. Nach den gemeinsamen Studentenforschungsarbeiten in den Projekten, die das 19. und 20. Jhr. in der Beziehung der böhmisch-österreichischen Geschichte behandelt haben, bereiteten wir mit Prof. Dr.-Ass. M. J. Wenninger das Seminarthema „Die Stellung der Minderheiten in der mittelalterlichen Gesellschaft" aufgrund der in Böhmen und Österreich bisher herausgegebenen narrativen Quellen (Chroniken).

Die tschechischen Studenten/Innen widmeten ihre Aufmerksamkeit den neun böhmischen, lateinisch oder tschechisch geschriebenen mittelalterlichen Chroniken (seit dem 14. Jh. bis zum Anfang des 16. Jhs.) aus der Sicht der Chronisten, die die verschiedenste Nachrichten über die Fremden in der böhmischen Gesellschaft bemerkt und geschrieben haben. Die erste Aufgabe der tschechischen Studenten war, die entsprechenden Studien und Literatur zu jeder Chronik aufzusuchen. Dann sollten sie die Erwähnungen über die Fremden finden und möglicherweise auch im historischen Kontext erklären. Die Ergebnisse ihrer Strebungen sind in der verkürzten Form in diesem Sammelband veröffentlicht. Es ist klar, dass die vorliegenden Texte der böhmischen, sowie der österreichischen Studierenden keine streng wissenschaftlich begrenzte, definitive und unfehlbare Studien darstellen. Sie zeigen einen Versuch, die mittelalterlichen narrativen Quellen aus einem bestimmten thematischen Sichtpunkt durchzuforschen und entsprechen den gegenwärtigen Kentnissen und Möglichkeiten der Studierenden.

Die gemeinsame Sitzung der Studenten/Innen in Liberec, sowie die Ausgabe dieses Sammelbandes unterstützten finanziell freundlich die AKTION ÖSTERREICH- TSCHECHISCHE REPUBLIK und teilweise auch die Pädagogische Fakultät in Liberec. Mein Dank gehört unseren Gästen, den österreichischen Studierenden und ihrem Leiter, Herrn Prof. Dr.-Ass. Markus J. Wenninger, sowie der Interesse meiner Studenten und Studentinnen.

Milan Svoboda